MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Wolfgang und Bärbel Berbig

Die richtige Annonce

Wolfgang und Bärbel Berbig

Betriebsschlosser für Tagebaugroßgeräte
Automatenwicklerin
08451 Crimmitschau

Im von der seinerzeitigen russischen Kommandantur ausgestellten Dokument steht Pegau, aber geboren wurde Wolfgang Berbig 1946 in der Gemeinde Elstertrebnitz, wo die Eltern nach dem Krieg eine Neubauernstelle bewirtschaften konnten. Die Schule besuchte er bis zur 8. Klasse am Ort, die 9. und 10. Klasse in der Nachbarstadt Pegau. Seine Lehre absolvierte er im Braunkohlenwerk Profen. Nach zwei Jahren schloss er 1965 als Betriebsschlosser für Tagebaugroßgeräte ab. Doch dann wollte er erst einmal weg von zu Hause, verpflichtete sich für drei Jahre zum Armeedienst, abgeleistet in Prora auf Rügen. Danach begann er wieder im Tagebau Profen seinen Beruf auszuüben, bis die Heirat mit seiner heutigen Frau ihn zum Wechsel veranlasste, so dass er ab 1985 im Uranerztagebau der SDAG Wismut in Droßen, aber weiter im gelernten Beruf tätig wurde. Mit dem Abbau war 1990 Schluss, es folgten Auffanglösungen, u. a. war er zwei Jahre im Landwirtschaftsmuseum von Schloss Blankenhain eingesetzt. Dann arbeitete er u. a. als Heizungsmonteur in Gößnitz und als Trockenbauer, bis gesundheitliche Probleme dazu führten, dass er, als erwerbsunfähig eingestuft, in den Ruhestand wechselte. Doch ein Leben ganz ohne Aufgaben konnte er sich nicht vorstellen, sechs Jahre engagierte er sich in der Aktion „Essen auf Rädern“, seit dreizehn Jahren trägt er die Briefpost privater Unternehmen aus. Bärbel Berbig, Crimmitschauerin seit Geburt 1948, besuchte die Schule bis zur 9. Klasse, früh stellte sich Nachwuchs ein. Sie konnte noch eine Lehre als Konfektionärin für Untertrikotagen abschließen, doch die nächsten Kinder, die Familie forderten ihr Recht, so dass sie danach nur stundenweise oder in Heimarbeit das Familienbudget aufbessern konnte. Vier Kinder, zwei Mädchen, zwei Jungen, entstammen ihrer ersten Beziehung, die durch den Tod des Mannes an Unfallfolgen 1981 zu früh endete. Später fand sie in der Nähgarnherstellung wieder feste Anstellung, musste da z. T. bis nach Glauchau pendeln. Ab 1993 war sie teils arbeitslos, pflegte in jener Zeit die Mutter, teils übernahm sie kleine Nebenjobs. Einige Zeit fuhr sie Taxi, dann trug sie Zeitungen aus, heute ist sie als Kurierfahrerin für das Unternehmen City-Post unterwegs. Eine Zeitungsannonce, eigentlich wurde eine Drechselbank gesucht, führte 1985 Bärbel und Wolfgang Berbig zusammen. Er hat aus erster Ehe eine Tochter. Neun Enkel und sechs Urenkel zählt die gemeinsame Bilanz. Im Garten mit den Kois im Teich findet das Ehepaar im Sommer sein Zuhause.
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