MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Sigrun und Harald Bemmann

Sie verbindet nicht nur ein Ring

Sigrun und Harald Bemmann

Buchhalterin i. R.
Werkzeugmacher i. R.
Dorfstr. 59
09648 Altmittweida
Fon: 03727 / 600146

Die Eheleute Sigrun und Harald Bemmann verbindet nicht nur der Ehering. Sie haben noch viel mehr Gemeinsames. Sigrun Bemmann wurde 1948 geboren. Ein Jahr zuvor kehrte der Vater aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft heim. Die Eltern besaßen eine kleine Bauernwirtschaft. Weil sie davon kaum leben konnten, traten sie später freiwillig in die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) ein. Tochter Sigrun las gern, spielte sogar mit dem Gedanken, Lehrerin zu werden. Nach dem Abschluss der 10. Klasse lernte sie jedoch Buchhalterin in der neu gegründeten Spezialschule für Finanzwirtschaft in Auerbach / Vogtland. „Wir hatten im Wechsel jeweils vier Wochen Theorie und Praxis. Die Lehrer waren streng“, erzählt Sigrun Bemmann, die dann in der LPG in Altmittweida anfing. Nach der Geburt des ersten Kindes blieb sie zu Hause. Als sie wieder arbeiten wollte, war die Stelle weg. „Da in der Gießerei meines Schwiegervaters eine Büromitarbeiterin gesucht wurde, nutzte ich die Chance. Später konnte ich nicht mehr in Vollzeit tätig sein. Deshalb wechselte ich als Schreibkraft zur Pflanzenproduktion der LPG Altmittweida, lernte, mit dem Computer umzugehen. „Nach der Wende wurde ich Prokuristin in der Landtechnik Altmittweida GmbH, dem ehemaligen Technikstützpunkt der LPG Pflanzenproduktion der LPG Altmittweida,“ sagt Sigrun Bemmann. Nach deren Insolvenz erhielt sie eine ABM-Stelle als Betreuerin in der Obdachlosenunterkunft Hainichen. 2008 ging sie in den Vorruhestand. Harald Bemmann kam 1949 zur Welt. Der Vater verdiente sein Geld als Kernmacher in einer Gießerei, die Mutter als Näherin und Verkäuferin. Sigrun und Harald Bemmann kamen im sächsischen Altmittweida zur Welt, hatten dieselbe Hebamme, lernten in einer Klassenstufe. Danach ging Harald Bemmann im Spinnereiwerk Karl-Marx-Stadt, das heute wieder Chemnitz heißt, in die Lehre zum Werkzeugmacher, fing 1971 im Strickmaschinenbau an. Um mehr zu verdienen, wechselte er 1975 zum Behälter- und Maschinenbau, in dem Abfüllanlagen für Gläser und Flaschen gebaut wurden. „Weil viele Kunden nicht zahlten, ging das Werk in die Insolvenz. Schließlich wechselte ich zum Betrieb für Präzisionsteile Mittweida, wurde 2012 Rentner“, erzählt Harald Bemmann, der jetzt mehr Zeit für die Rassekaninchenzucht hat. Die Eheleute haben zwei Söhne: Michael, der Kraftfahrer ist, und Ronny, ein Diplomingenieur für Kfz-Technik. Zudem sind sie vierfache Großeltern. Dass die Familie gesund bleibt, ist der größte Wunsch von Sigrun und Harald Bemmann.
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