MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gertrud und Johannes Berger

Begegnungen im Menschlichen

Gertrud und Johannes Berger

Verkäuferin
Kraftfahrer
Hauptstr. 8
04741 Roßwein OT Gleisberg

Die entscheidende Begegnung fand zwischen Gertrud und Johannes Berger statt, sie führte zur Hochzeit 1961 und fand ihre Bestätigung in einem nun schon über fünfzig Jahre währenden gemeinsamen Lebensweg. Beide entstammen bäuerlich geprägten Familien. Gertrud Berger kam 1938 im niederschlesischen Werden (Ostrowine) im damaligen Kreis Oels zur Welt. Erst kürzlich animierte sie der Enkel, diese Gegend noch einmal zu besuchen, noch immer steht das Geburtshaus. Den Ort musste die Familie 1945 verlassen, fand erst im Sudetischen, dann im Mittelsächsischen Unterkunft und langsam neue Heimat. In Schallhausen bei Döbeln kamen Gertrud und ihre drei Geschwister unter. Sie ging in Mochau zur Schule, lernte nach der 8. Klasse Hauswirtschaft beim Bauern, fand Arbeit im Büro der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) und beim Lebensmittelladen der Konsumgenossenschaft in Simselwitz den prägenden Beruf, untermauert durch einen späteren Abschluss als Fachverkäuferin. Mit der Familiengründung wechselte sie nach Lüttewitz-Markritz, fand zur Kindererziehung Nebenbeschäftigung beim Sägewerk und stieg 1966 wieder bei der Lüttewitzer Konsumfiliale ein, blieb hier lange Jahre bis 1993. Dann stand sie bis zum Renteneintritt 1998 noch fünf Jahre hinter der Wursttheke beim Marktkauf in Döbeln, stets im Menschlichen wie Fachlichen von den Kunden geschätzt. Johannes Berger wuchs ebenfalls mit drei Geschwistern auf, gehörte aber schon immer (geboren 1937 in Markritz) zu dieser Gegend. Nach dem Abschluss der 8. Klasse in Lüttewitz besuchte er zwei Jahre die Landwirtschaftsschule in Nossen, übernahm den elterlichen Hof (der Vater starb früh), brachte diesen 1960 in die örtliche Genossenschaft (LPG) ein. In der LPG spezialisierte er sich als Kraftfahrer, bediente erst landwirtschaftliche Großgeräte (Raupe, Mähdrescher), wechselte bald auf den LKW und fuhr Touren (auch für verschiedenste Fremdaufträge) quer durch das ganze Land, sah die Familie mitunter wochenlang kaum, wenn er kam, waren die Kinder schon zu Bett. Dafür gab es spannende Geschichte von den Begegnungen in Betrieben, auf Landstraßen, mit den verschiedensten Menschen. Seit 1993 genießt er den Vorruhestand, beschäftigt sich mit Miniaturnachbauten berühmter Architekturwerke, die nun seinen Garten zieren. Zu den beiden Kindern (Tochter und Sohn) gehören zur Familie Berger bereits drei Enkelkinder.
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