MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gottfried Berger

Blitze und andere Widrigkeiten

Gottfried Berger

Landwirt
Alte Hauptstr. 13
04720 Döbeln-Töpeln

In der mittelsächsischen Stadt Leisnig wurde Gottfried Berger 1926 geboren. Wenig später kauften die Eltern in der Gemeinde Töpeln im Zschopautal (heute Ortsteil von Döbeln) eine Bauernwirtschaft. Hier wuchs Gottfried Berger auf, besuchte acht Jahre die Schule, ließ sich auf dem Stadtgut zum Landwirt ausbilden, besuchte dazu zwei Jahre die Landwirtschaftsschule. Der Krieg machte sich bemerkbar, als viele Männer zur Wehrmacht gerufen, den Bauern nun Zwangsarbeiter zugeteilt wurden. Gottfried Berger selbst wurde anfangs gesundheitlich bedingt zurückgestellt, erst 1944 zum Arbeitsdienst gezogen. Über Polen ging es auf dem Rückzug bis nach Schleswig-Holstein, als der Krieg zu Ende war über Elbe und Lüneburger Heide bis in die Altmark. Hier lagen erst die Amerikaner, hielten ihn mit Arbeitsverpflichtungen fest, dann übernahmen die sowjetischen Soldaten. Doch im September 1945 war er wieder zu Hause, konnte seinem Beruf nachgehen. 1948 heiratete er seine Frau Traute, Umsiedlerin, ehemals in Schlesien beheimatet. 1951 traf ein Blitzschlag seinen Vater auf dem Feld, nun musste der junge Mann allein zurechtkommen, die Schulden an den Vorbesitzer abtragen. 1959 traf ein Blitz das Gehöft, vieles brannte ab, wurde in mühsamer Arbeit wieder hergerichtet. Die kollektiven Formen im Betreiben der Landwirtschaft machten auch vor dem Zschopautal nicht halt, ab 1958 arbeitete Gottfried Berger als Schichtfahrer für die Maschinen- und Traktorenstation in Schweta am jenseitigen Ufer des Flusses. Als ein Jahr später die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) gegründet wurde, war er für viele Jahre als Traktorist auf den Feldern. Ein schwerer Unfall mit dem Traktor zwang ihn fünf Wochen ins Krankenhausbett und neun Monate in eine Arbeitspause. Dann war er neun Jahre als Kraftfahrer für die Großhandelsgesellschaft (GHG) Haushaltwaren Döbeln mit dem PKW unterwegs, später fand er als Lagerverwalter bei der GHG Lebensmittel einen ruhigeren, doch durchaus verantwortungsvollen Job. Nach den Umstrukturierungen 1990 beschäftigte ihn noch ein Jahr die Spar-Handelskette, ab September 1992 genießt er seinen Ruhestand. Sohn und Tochter, drei Enkel bestimmen den Familienrahmen, der von seiner Fürsorge für Frau Traute bestimmt ist. Bürgersinn und die menschlichen und materiellen Schäden der Blitze waren genug Motivation für viele Jahre seines Engagements in der Freiwilligen Feuerwehr Töpeln.
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