MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Rolf und Eva Berg

Über 90 Jahre Wäsche- und Kurzwaren

Rolf und Eva Berg

Wäsche-Berg
Neustädter Str.16
07381 Pößneck
Fon: 03647 / 414169

Als die Großmutter Anna Berg 1922 ein Etagengeschäft für Wäsche eröffnete, ahnte sie bestimmt nicht, welch „verrückte“ Zeiten dieses einmal durchlaufen wird. 1938 kaufte sie zwei Häuser mit einem Laden und verlegte das Unternehmen an den heutigen Standort. Nach dem Krieg übergab sie an ihre Schwiegertochter Gertrud, die von 1952–1991 die Geschicke führte. Dabei war es zu DDR-Zeiten nicht immer einfach die Bedürfnisse der Kundschaft zu erfüllen. Sie stand darüber hinaus sogar noch bis zum 93. Lebensjahr tagtäglich hinter dem Ladentisch und war damit damals „die älteste Verkäuferin Deutschlands“, wie eine Frauenzeitschrift herausfand. Seit 1991 ist Rolf Berg in 3. Generation Eigentümer von „Wäsche-Berg“. Geboren 1944 in Pößneck absolvierte er hier nach Abschluss der Schule eine Lehre beim Konsum zum Fachverkäufer für Industriewaren. Doch dann entschied er sich erst einmal für eine andere berufliche Laufbahn. Nach kurzer Tätigkeit im Lehrbetrieb als Verkäufer trat er einen zehnjährigen Armeedienst an, den er bei den Grenztruppen in Berlin absolvierte. Mit Beendigung desselben kehrte Rolf Berg in seine Heimatstadt zurück und stieg als Geschäftsführer / Verkäufer in das Familiengeschäft ein. Bis heute ist es seiner Angebotspalette treu geblieben. Neben dem Verkauf von Tischwäsche, Wolle, Kurzwaren sowie Heimtextilien erfolgt auch noch eine Wäsche- und Reinigungsannahme, bei Bedarf mit Hol- und Bringeservice. Seit 2005 unterstützt Eva Berg ihren Ehemann als Verkäuferin. Die geborene Berlinerin lernte er während seiner Armeezeit kennen. Sie hatte nach dem Abitur mit gleichzeitiger Facharbeiterausbildung zum Maschinenbauer noch ein Abendstudium an der Ingenieurschule Berlin- Rummelsburg zum Maschinenbauingenieur (nach der Wende zum Dipl.-Ing. (FH) nachdiplomiert) absolviert und war als Technologe tätig. Durch ihren Ehemann kam sie dann nach Pößneck. Hier arbeitete sie weiter in dem Beruf und war bis zum Sommer 1990 beim VEB Pößnecker Außenleuchten. Durch Personalabbau kam es dann zur Entlassung, auch sie musste in die Arbeitslosigkeit gehen und später aus gesundheitlichen Gründen sogar in EU-Rente. Gemeinsam möchten beide solange es geht, das Familienunternehmen weiterführen, zumal das klassische Kurzwarengeschäft auch nicht mehr häufig in der Einkaufswelt anzutreffen ist. Eine Nachfolge steht noch in den Sternen. Die Söhne Dietmar (1967) und Thomas (1974) haben sich beruflich anders orientiert und ihren Lebensmittelpunkt in den alten Bundesländern. Zur Familie gehören inzwischen auch vier Enkel (zwei Mädchen und zwei Jungen). Trotz angeschlagener Gesundheit freut sich Rolf Berg, noch ständig im Laden präsent zu sein und zufriedene Kunden zu haben. „Mal sehen, wie es sich weiter entwickelt“, sagt er. Vielleicht eifert er seiner Mutter nach und wird einmal „Deutschlands ältester Verkäufer“!
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