MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Irene Benesch
Ein Traum, diese Arbeit....
Ökonom-Pädagogin
08223 Falkenstein
…sagt Irene Benesch, wenn sie von ihrer Zeit im Plauener Café erzählt. Bis zu ihrem 69. Lebensjahr hat sie in dieser Backwarenfiliale der Plaback gearbeitet. Als Rentnerin zwar nur noch halbtags, aber nicht mit weniger Spaß. Und den Kontakt zu ihren ehemaligen Kollegen lässt sie nicht abreißen. Regelmäßig trifft sie sich mit ihnen im Café. In Falkenstein wächst Irene Benesch auf. Ihre Schulzeit verläuft mit vielen Unebenheiten (Einschulung 1944), das heißt vom September 1944-1946 gab es keine kontinuierlichen Unterricht, da fast alle Lehrer aus dem Schuldienst entfernt wurden. Die Unterrichtsräume konnten nicht beheizt werden, ganz zu schweigen von den fehlenden Lehrbüchern und fehlenden Schreibmaterialien. Der Einsatz von „Neulehrern“ brachte viele Probleme. In einer der ersten Konsum-Lehrverkaufsstellen des Kreises lernt die 14-jährige Verkäuferin für Lebensmittel. Dieser Facharbeiterbrief berechtigt sie zur Leitung einer Verkaufsstelle und zur Ausbildung von Lehrlingen, so Irene Benesch, die 1963 als Lehrausbilderin in die Verwaltung wechselt. Sie ist verantwortlich für die berufspraktische und berufstheoretische Ausbildung der Lehrlinge. Irene Benesch selbst erwirbt im Fernstudium den Abschluss als Ökonom-Pädagoge. Als Ausbildungsleiterin konnte sie im Rahmen der Erwachsenenqualifizierung berufsbezogenes Wissen vermitteln, damit ungelernte Mitarbeiter ihren Facharbeiterabschluss erwerben konnten. Nach neunjährigem Einsatz als Leiter Kader Bildung wurde Irene Benesch 1980 als Vorstandsmitglied-Handel und stellv. Vorstandsvorsitzende der Konsumgenossenschaft Auerbach gewählt. Eine schwierige Aufgabe sei das gewesen. Die vorhandene Warendecke in vielen Positionen konnte den bestehenden Bedarf nicht decken. Nicht ausreichende Warenfonds wurden nach einem bestimmten Schlüssel und Versorgungsschwerpunkten aufgeteilt. Der ständige Arbeitskräftemangel erschwerte die Besetzung der Verkaufsstellen. In jedem Wohngebiet und noch so kleinem Dorf musste es eine Lebensmittelfiliale geben. Die Aufrechterhaltung der Versorgung in vielen kleinen Objekten beim Fehlen jeglicher Technik verlangte den Mitarbeitern hohen Arbeitseinsatz ab. Nach der Wende wurden die Konsumgenossenschaften in den Kreisen aufgelöst. Irene Benesch verlor ihre Arbeit. Einen Neubeginn startete sie in der Plaback Backwarenfiliale mit Café – Basko – in Plauen, von der sie heute noch gerne spricht. Blickt Irene Benesch zurück, wird ihr bewusst, dass sie sich stets und in vielen Situationen durchsetzen musste. Seit acht Monaten ist sie Witwe. Das Grundstück und den Garten hält sie alleine in Ordnung. Mit ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter sowie den beiden Enkeltöchtern pflegt sie regelmäßigen Kontakt. Jede Woche unternimmt sie mit Bekannten einen 10 bis 15 km langen Spaziergang. Urlaub verbringt sie mit ihrer Schwester und ihrem Schwager. Auch wenn sie sich über vieles ärgert, vor allem über die Politik, zieht sich Irene Benesch nicht zurück. Ihre Hoffnung besteht darin weiterhin „alles noch machen zu können“.