MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Liane und Herbert Ackermann

„Perlen liegen nicht am Stand. Wenn du eine Perle begehrst, musst du schon dafür tauchen.“ (Unbekannter Autor)

Liane und Herbert Ackermann

Schneiderin, Kindergärtnerin, Kindergarten-Leiterin
Elektroinstallateur, Angestellter
Kösserner Dorfstr. 18
04668 Grimma OT Kössern
Fon: 034384 / 72457

Als Liane Gebhardt 1934 geboren wurde, starb zwei Jahre darauf ihr Vater an einer Blutvergiftung und so wuchsen das Mädchen und ihre Schwester vaterlos auf. 1940–1948 besuchte sie die Schule, absolvierte danach eine Lehre zur Damenschneiderin. Für spätere Jahre sehr hilfreich, denn sie nähte für ihre Kinder (Andreas (geb. 1954, Dipl.-Ing., verstorben) und Gunter (geb. 1955, Elektroniker) alle Sachen selbst. 1954 hatte sie geheiratet und wegen der Geburt der Kinder blieb sie vorerst zu Hause. 1959 wurde sie angesprochen im Kindergarten ihrer Söhne für 14 Tage auszuhelfen. Sie trat die stundenweise Stelle als pädagogische Hilfskraft an und blieb für 34 Jahre! Ein 3 ½ -jähriges Fernstudium befähigte sie als Kindergärtnerin eine Gruppe zu leiten und war theoretische Voraussetzung und Ergänzung ihrer praktischen Erfahrungen für die spätere Tätigkeit als Kindergartenleiterin bis zum Renteneintritt mit 60 Jahren. Ehemann Herbert war zu der Zeit schon drei Jahre im Ruhestand. 1939 als eins von sechs Geschwistern in Kössern geboren, wuchs der Junge in dem Ort auf. 1939–1947 absolviere er hier seine schulische Ausbildung. Er berichtet von einer sehr schönen Kindheit, aber auch davon, dass zwei seiner Brüder im Krieg fielen. Wo sich heute im Haus das Bad befindet, stand bis 1964 der Backofen, in dem seine Mutter oft für die ganze Straße buk. Den frischen Geruch hat Herbert Ackermann heute noch in der Nase. Den Sirup-Kuchen nach Mutters Rezept bäckt Ehefrau Liane heute zu besonderen Festen. Wenn er seinem Vater – Heizer auf der Lok – das Essen brachte, durfte er eine kleine Strecke mit hin- und herfahren. Das weckte in ihm den Wunsch Lokführer zu werden. Seine Mutter war eine Seele von Mensch. Die Kinder der Umgebung sammelten sich oft um den Backofen, weil sie sich liebevoll kümmerte, ihnen eine Schnitte schmierte. Sie hatte als ältestes Geschwisterkind einst zwei taubstumme Brüder mit aufgezogen und wenn man sie nun fragte, ob ihr der Kindertrubel nicht über wäre, antwortete sie: „Merkt Euch eins, ein gesundes Kind wird nie zu viel!“ Herbert Ackermann denkt heute noch mit viel Liebe, Achtung und Respekt an die Leistung seiner Eltern. Lokführer wurde er dann allerdings doch nicht, nahm stattdessen eine Lehre zum Elektroinstallateur auf. Nach zwei Jahren Gesellentätigkeit und durch Vermittlung (wegen seines fußballerischen Könnens) bekam er eine deutlich besser bezahlte Stelle im Elektroschaltgerätewerk Grimma. Beginnend als Betriebselektriker, arbeitete er weiter in der Produktion und als Abteilungsleiter – 34 Jahre lang bis 1986. Vom Chemieanlagenbau Leipzig-Grimma (CLG) abgeworben, trug er die folgenden viereinhalb Jahre Verantwortung in der Betriebsorganisation. Dann kam die Wende und mit ihr das Aus. Vorruhestand und Rente beendeten das Berufsleben. „Mensch Du bis erst 58 Jahre und wirst nicht mehr gebraucht....“ ging ihm durch denn Sinn. Er begann die Volkssolidarität in der Region aufzubauen, agierte und organisierte 12 Jahre lang und fand dabei selbst Freude und Anerkennung. 41 Jahre arbeitete er als Gemeindevertreter und ist besonders stolz auf seine Erfolge in der sozialen Arbeit und bei der Rekonstruktion des Jagdschlosses, das sich zum kulturellen Zentrum gemausert hat. Stolz sind die Eheleute aber auch darauf stets zusammengehalten, alles gemeinsam entschieden und bewältigt zu haben und auf die Kinder, Enkel und die Urenkel, die sie liebevoll „unsere drei kleinen Hasen“ nennen. „Wir haben beide immer unser Bestes für die Gesellschaft gegeben. Mein Vater sagte einst zu mir: Junge merke dir, wenn du etwas hast und gibst die Hälfte davon jemandem der gar nicht hat, das ist Solidarität“ erinnert sich Herbert Ackermann und erklärt, wie sehr ihn das geprägt hat. 2019 feiert das Ehepaar die eiserne Hochzeit in der Gaststätte in der es einst ihren Polterabend und die Hochzeit feierte und die Gäste nur gut bewirten konnte weil die Verwandtschaft Lebensmittelmarken dafür gesammelt hatte. Eine tolle Erinnerung und Zeugnis der Entwicklung.
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