MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Karin und Manfred Adomeit
Noch einmal auf Schiffsreise gehen…
17081 Altentreptow
Friedenstr. 12
Fon: 03961 / 210176
Beim FDJ-Tanz nach Schallplatten haben sie sich kennengelernt. „Das war der Vorläufer der Disko“, sagt Manfred Adomeit scherzhaft, wenn er zusammen mit seiner Frau Karin an das Jahr 1962 zurückdenkt. Beide sind seit dem 1. Juni 1963 glücklich verheiratet. Wieder macht der Rentner Spaß: „Wir haben am Kindertag geheiratet, das musste ja klappen“, meint er schmunzelnd. Beide sind in Großfamilien unter mehreren Geschwistern aufgewachsen, er 1939 in Motorau in Ostpreußen, sie 1943 in Altentreptow bei Neubrandenburg. Noch heute leben die Adomeits in Altentreptow. Drei Kinder haben sie großgezogen. „Alle sind was geworden, darauf sind wir stolz“, erklärt Karin Adomeit. Sie selbst wollte Kindergärtnerin werden, machte aber nach einer achtjährigen Schulbildung (1949 bis 1957) von 1958 bis 1961 eine Gärtnerlehre. Aus gesundheitlichen Gründen konnte sie jedoch den Beruf nicht ausüben. Karin Adomeit verdiente sich ihre Brötchen als Näherin im Kleiderwerk Altentreptow. Dort arbeitete sie bis 1989, bevor die Wende kam. Noch zu DDR-Zeiten wurde sie Invalidenrentnerin. Manfred Adomeit kam während der Flucht aus Ostpreußen 1945 über Danzig nach Demmin. Die Mutter starb 1948, der Vater galt nach dem Zweiten Weltkrieg als vermisst und kehrte wie auch der Vater seiner Frau nicht zur Familie zurück. „Nur ein einziges Bild von mir und meinen Eltern ist mir geblieben“, berichtet Manfred Adomeit. Als Waisenkind lebte der Junge in einem Kinderheim. Ursprünglich wollte er Koch werden, ging aber in Demmin bei der Handelsorganisation (HO) in die Bäckerlehre. „Das war von 1955 bis 1958“, weiß er noch genau. Danach folgte eine dreijährige Dienstzeit bei der Nationalen Volksarmee (NVA) in Prora auf der Ostsee-Insel Rügen. Während der Armeezeit hat Manfred Adomeit seine Fahrerlaubnis gemacht. Er zog anschließend nach Altentreptow, wo eine seiner vier Schwestern wohnte. Bis 1963 arbeitete Manfred Adomeit als Instrukteur bei der Kreisleitung der Freien Deutschen Jugend (FDJ), dann wieder zwei Jahre als Bäcker. Es folgten bis 1986 Berufsjahre als Kraftfahrer in der Brauerei und Poliklinik seines Wohnortes. Bevor der Familienvater und längst auch Großvater im Jahr 2000 in Rente ging, war er im Zuschnitt des Kleiderwerkes beschäftigt. „Dort habe ich es sogar bis zum Schichtleiter gebracht und – Aktivist bin ich auch noch geworden“, sagt Manfred Adomeit stolz. Nach der Wende arbeitete er bei einem Wachdienst. Das Ehepaar lebt gern in Altentreptow. Morgens aufstehen und wissen, was zu tun ist, heißt der Leitspruch für Manfred Adomeit, der mit Leidenschaft kocht und bäckt, seinen Garten liebt und wie seine Frau rätselt. Karin Adomeit stickt und häkelt noch viel. „Wir sind stolz darauf, unsere Kinder gut erzogen zu haben. Sie haben Arbeit, ihr Auskommen und ein gutes Familienleben“, sagt sie froh. Wenn alle gesund und zufrieden sind, bedeutet das Glück. Karin Adomeit, die durch ihre Mutter christlich geprägt wurde, besucht regelmäßig Gottesdienste. Das ist für sie Tradition und Überzeugung. Gern würde sie mit Manfred noch einmal auf Schiffsreise mit der Aida gehen. Solch ein Kreuzfahrt-Geschenk bleibt unvergesslich. Es ging in Ostseemetropolen wie Stockholm , Helsinki und St. Petersburg.