MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dipl. rer. pol. Heidemarie und Jürgen Ahrendt
Ein reichhaltiges Tagebuch
Abteilungsleiterin
Oberstleutnant a. D.
13127 Berlin
In Vietz, nahe Landsberg an der Warthe wurde Heidemarie Ahrendt 1945 geboren. Die Flucht führte sie mit der Mutter nach Berlin. Nach der 10. Klasse begann sie eine Berufsausbildung (Rinderzüchterin) mit Abiturabschluss. Sie folgte dem Aufruf „Leute aufs Land“ und verpflichtete sich für fünf Jahre. Im Institut für Tierzucht in Dummersdorf arbeitete sie als Melkerin, dann als Erzieherin im Lehrlingswohnheim. Zurück in Berlin begann sie als Korrektorin beim Patentamt, fing 1969 beim Berliner Rundfunk als Reporterin an. 1972 wurde sie Sekretärin beim stellv. Bezirksbürgermeister von Pankow. 1975/81 folgte ein Fernstudium an der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften. Parallel dazu arbeitete sie als Abteilungsleiterin beim Hauptpostscheckamt Berlin. Später wurde sie Leiterin einer Arbeitsgruppe bei der Bezirksdirektion der Deutschen Post. Der Übergang zur Bundespost sah sie beim Fernmeldeamt 3 im Bereich Rechnungsdienst, nun beschäftigten sie Beitreibungen bei zahlungsunwilligen Kunden. Mit dem Übergang zur Deutschen Telekom AG 1995 wurde sie Abteilungsleiterin in diesem Sachgebiet. Im Jahr 2000 entschloss sie sich, nur noch ihre Eltern zu pflegen.
Jürgen Ahrendt, 1932 in Hamburg geboren, kam kriegsbedingt nach Rostock. Der 10. Klasse folgte die Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten. 1950 begann er in der Hauptverwaltung Ausbildung der Deutschen Volkspolizei. Nach dem Besuch der Offiziersschule in Döbeln wurde er 1952 als Unterleutnant nach Pasewalk versetzt, später in Eggesin stieg er zum Oberleutnant auf, wurde Kompaniechef in der 9. Panzerdivision der NVA. Nach Tätigkeit im Mot.-Schützen-Bataillon in Prora auf Rügen kam er 1962 als Oberoffizier für Einberufung zum Wehrkreiskommando nach Berlin-Treptow. Als Polit-Stellvertreter beim Wehrkreiskommando Berlin-Pankow hielt er Vorträge in Schulen und gesellschaftlichen Einrichtungen. Ehrenamtliche Vorträge im Rahmen der Urania-Gesellschaft kamen hinzu. 1978 wechselte er in den Schuldienst, engagierte sich für den Wehrundeunterricht. 1989 wechselte er in die Schulverwaltung der Abteilung Volksbildung. 1991 erhielt er die Kündigung. An eine neue Arbeitsstellenchance war nicht mehr zu denken. Er arbeitete fortan in seinem Garten.
Über vierzig Jahre hat sie Tagebuch geführt, eine Chronik der Familie (Heirat 1970/ein Sohn, zwei Enkel), aber auch einer von Kontinuität wie Brüchen gekennzeichneten Zeit.