MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Günter und Hannelore Altermann
Das Leben auf dem Land – vom Pferd bis zum computergesteuerten Mähdrescher
Agrotechniker
Handelskaufmann für Land- und Nahrungsgüterwirtschaft
Schönnewitzer Weg 7
01665 Käbschütztal OT Krögis
Als Tochter eines Bauern und seiner Hausfrau 1954 geboren, berichtet Hannelore Altermann von einer behüteten Kindheit mit zwei Geschwistern, viel Spiel im Freien und der Sensation im Jahr 1958: Die Anschaffung eines Fernsehers – als erstes uns einziges Gerät im ganzen Dorf. Das führte zu viel Besuch, besonders Samstags, wenn die Männer des Ortes kamen um die Fußballübertragung zu sehen. Die ersten vier Schuljahre verbrachte sie an der Grundschule Planitz, wo in jedem Klassenzimmer gleichzeitig zwei Klassen unterrichtet wurden. Während eine Klasse unterrichte wurde, musste die andre selbstständig Aufgaben lösen. Ca. alle halbe Stunden wurde gewechselt, so dass immer eine Klasse Unterricht hatte während die andere still arbeitete. Das Mädchen Hannelore wünschte sich einmal im Büro zu arbeiten. Nach der 10. Klasse lernte sie entsprechend den Beruf Handelskaufmann für Land- und Nahrungsgüterwirtschaft im VEG (Volkseigenen Gut) Leutewitz und blieb danach kurz im Betrieb tätig. Sie lernte dort ihren Mann Günter kennen, beobachtete ihn beim Fußballspiel, traf ihn beim Tanztee und zum Tanz auf dem Dorfplatz. 1973 heiratetet das Paar. Die Kinder Mario (Maurer), Jens (Elektriker), Sven (Landwirt) und Manja (Handelskaufmann) wurden in den folgenden Jahren geboren. Indessen haben sich sieben Enkel zur Familie gesellt. Hannelore Altermann arbeitete fünf Jahre in der Industrie- und Handelsbank. Nach Schwangerschafts- und Mütterurlaub mit Sohn Sven wechselte sie ins Gemeindeamt und arbeitete als Sachbearbeiterin. 1980–1982 waren die Altermanns mit dem privaten Hausbau beschäftigt, unterstützt von Verwandtschaft und Feierabendbrigaden und konfrontiert mit dem Problem der Materialbeschaffung in der DDR. Nach einer weiteren Baby-Auszeit war Hannelore ab Dezember 1984 im Gemeindeamt Krögis beschäftigt. Nach der Wende entlassen und durch die Betreuung und Erziehung der vier Kinder sehr eingespannt, gestaltete sich die weitere Arbeitsplatzsuche schwer und mündete in verschiedenen Kurzbeschäftigungen. Gesundheitliche Probleme führte 2007 in die vorzeitige Rente. Günter Altmann hatte mehr Glück. Er war nicht einmal arbeitslos in seinem gesamten Berufsleben. 1951 als eins von sechs Kindern geboren, wurde er schnell herangezogen in der Familie mit zuzupacken. „Wenn wir aus der Schule kamen lag ein Zettel auf dem Tisch, worauf stand was wir zu machen hatten: Schweine füttern, Kartoffeln abkeimen.....dann wurden schnell die Hausaufgaben gemacht und danach ging es raus an die Luft zum spielen....“erzählt er davon. Nach Abschluss der Schule (1957–1965) arbeitete er als Landwirt im VEG Leutewitz, konnte später dort eine Berufsausbildung zum Agrotechniker machen. Sein Arbeitsleben in der Landwirtschaft wurde vom Wandel der Technik begleitet. Beginnend mit Pferden, fuhr er (nachdem er mit 16 Jahren die Traktor-Fahrerlaubnis erlangt hatte) Geräte wie den „Framo“ den „Pionier“, den „URSUS“, den „Famulus“, den „GT“, den „D 4K....und bei Renteneintritt im Jahr 2015 einen modernen, computergesteuerten Mähdrescher. Günter Altermann wuchs mit seinen Aufgaben. Er arbeitete nach Auflösung der LPG in der neu gegründeten Agrargenossenschaft weiter. Die Altermanns sind eng mit der Region und mit der Landwirtschaft verbunden. Hier aufgewachsen, engagieren sie sich schon immer in der Gemeinde. So war Günter Altermann 20 Jahre im Gemeinderat (bis 2018) und ist seit 1968 in der Freiwilligen Feuerwehr (davon 20 Jahre Wehrleiter), Hannelore Altermann im Landfrauenverband und eine Zeit lang in der Familienhilfe. Ihre Zeit verbringen die Eheleute heute mit der Erhaltung von Haus und Hof. Sie sind mit Recht stolz auf das Geschaffene, aber ganz besonders natürlich auf ihre Kinder. Wenn alle zusammen kommen, kocht Hannelore Altermann gerne und gut, denn diese Zusammenkünfte machen das Paar glücklich.