MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Anton Albl
Die Chancen im Leben ausloten und nutzen
Ingenieurpädagoge
Ulan-Bator-Str. 51
99091 Erfurt
Fon: 0361 / 732528
Anton Albl kommt 1951 in Erfurt zur Welt, er ist also das, was man eine „Erfurter Puffbohne“ nennt. Seine Familie wird 1945 aufgrund der Benes-Dekrete aus ihrer sudetendeutschen Heimat vertrieben. Anton Albl verlässt die Schule nach der zehnten Klasse, das Abitur ist aus finanziellen Gründen nicht möglich, der Vater ist bereits tot, die Mutter bezieht eine Mini-Rente von 160 Mark. Als leidenschaftlicher Bastler entscheidet sich Anton Albl für eine Ausbildung bei Optima, der Büromaschinenfabrik in Erfurt, um Werkzeugmacher zu werden. Ein Schulfreund motiviert ihn zu diesem Schritt. Einst hat er davon geträumt, Kriminalist zu werden, doch eine Schwester von ihm lebt in den BRD, so dass dieser Weg für ihn aus „kaderpolitischen“ Gründen versperrt bleibt. Nach der Facharbeiterprüfung arbeitet Anton Albl ein halbes Jahr in seinem Beruf und nimmt dann ein Studium am Institut für die Ausbildung von Ingenieurpädagogen in Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, auf. Das Karosseriewerk in Erfurt ist für ihn die nächste Station, es gefällt ihm hier nicht so gut, er besorgt sich eine Anforderung seines ehemaligen Betriebes Optima, wo er vor allem mehr Geld verdient. Anton Albl beginnt in der Polytechnik und wechselt dann in die Berufsausbildung-Praxis.
Im Wendejahr 1990 bewahrt der erfahrene Pädagoge erst einmal die Ruhe und findet später eine Aufgabe im Berufsvorbereitenden Jahr, wo oft sehr schwierige Jugendliche ohne Schulabschluss an eine Ausbildung herangeführt werden sollen. Zu den Schülern gehören auch Kriminelle, ja sogar Mörder. Sein Arbeitgeber ist jetzt die Stadt.
Später bildet Anton Albl Metaller und Maler aus, in diese Zeit fällt ein kurzes, eher unerfreuliches Zwischenspiel an der Walter-Gropius-Schule, wo der Nachwuchs für das Baugewerbe ausgebildet wird. Er unterrichtet dann an der Rudolf-Diesel-Schule Mathematik und Metalltechnik in Theorie und Praxis im BVJ. Das Schicksal will es, dass Anton Albl doch wieder an die Walter-Gropius-Schule zurückkehrt, doch sein einstiger Intimfeind befindet sich schon im Ruhestand.
Neben seiner angespannten Arbeit ist der Ingenieurpädagoge auch Fahrlehrer und Fahrprüfer bei der GST. Seit 1990 ist er außerdem ein aktiver Schießsportler, im Luftpistolenschießen wird er 2003 deutscher Meister und holt in den folgenden Jahren drei weitere Titel.
Seit 22 Jahren lebt Anton Albl mit seiner Lebensgefährtin Karin Kreuter zusammen. Diese arbeitet ab 1990 als Putzfrau und ist seit 2002 ohne Beschäftigung – seit 2010 krank. Zur Familie gehören außerdem zwei Töchter und zwei Enkelkinder. Anton Albl lässt es sich nicht nehmen, den jährlichen Himmelfahrtstag mit den Kameraden seines Vereins zu begehen und träumt davon, einmal mit einem Auto der Formel-1-Klasse auf dem Nürburgring zu fahren.