MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Margarete Allenschläger

„Glaube nicht an Schicksal, glaube du deiner eigenen Kraft, …“

Margarete Allenschläger
Lehrerin

Rosa-Luxemburg-Str. 2
04720 Döbeln
Fon: 03431 / 710175

Margarete Allenschläger, eine gelungene Mischung aus starker Frau und „Grande Dame“, lässt mit ihren derzeit wundervollen 94 Lenzen gern ihr Leben Revue passieren. Dabei blickt sie auf ein beruflich wie privat überaus erfülltes Dasein. Trotz Widrigkeiten, vordergründig während des Krieges, macht dieser Umstand zufrieden und froh. Was sie sich vornahm, erreichte sie immer und beim Überdenken einzelner Stationen sind die Konstellationen ihres Lebens gleichzusetzen mit Glück. Geboren wurde Margarete Allenschläger als Tochter einer Köchin und eines Zimmermanns am 01.02.1920 in Königsberg. Im Plauderton berichtet sie davon, als Kind in der Gruppe von Freunden immer ein wenig der Räuberhauptmann, eher noch die Befehlerin gewesen zu sein. Was sie sagte oder vorschlug wurde gemacht.“ Mit nur 10 Jahren verkündete sie ihren Eltern selbstbewusst: „Später werde ich Lehrerin.“ Vater nahm sie nicht ernst und antwortete lapidar: „Mein Kind, Schornsteinfeger kannst du werden.“ Und damit war das Thema beendet. Die Kriegsjahre waren schrecklich. Nach der Schule führte das Pflichtjahr zu einer Familie mit Kindern. Sie führte ohne jegliche Vorkenntnisse die Buchhaltung in einer optischen Werkstatt. Und auch die Flucht blieb ihr nicht erspart. 1945 war Margarete Allenschläger bereits mit ihrem Kurt verheiratet. Das Paar flüchtete über Pillau, bestieg ein Schiff und landete durch großen Zufall in Sachsen. Und natürlich lief zu dieser Zeit die Suche nach Neulehrern – ihrer großen Chance, mit der ein Kinderwunsch in Erfüllung ging. So unterrichtete sie von 1945 an bis hin zum Erreichen des Rentenalters Deutsch und Sport als Hauptfächer. Darüber hinaus lehrte sie 18 Jahre lang vor Studenten, agierte als versierte Fachberaterin für Döbeln und Umgebung und avancierte letztlich zur Oberlehrerin. Verwendet werden durfte diese Amtsbezeichnung jedoch von niemandem, nicht einmal von ihr selbst. Selbstironisch lächelt sie und ergänzt: „Ich war die Allenschläger und nicht die Oberlehrerin.“ Beliebt, anerkannt und geachtet grüßen sie Generationen von Schülern noch heute oder machen mit ihrer früheren Lehrerein telefonisch ein kleines Schwätzchen. Ehemann Kurt blieb es aufgrund einer Tuberkuloseerkrankung leider verwehrt, als Sportlehrer tätig zu werden.. Er verdiente sein Geld als Installateur. Ihre Vorbilder waren die Eltern, insbesondere der Vater, der um seine gewünschte und geliebte Tochter sehr bemüht war und ihr eine Maxime mit auf den Weg gab, welche Margarete Allenschläger stets gern zitiert: „Glaube nicht an Schicksal, glaube du deiner eigenen Kraft. Ein jeder hat das Schicksal, das er sich selber schafft.“
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