MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

Gesamte Liste anzeigen

Heinz Albitz

Der Mann über 80

Heinz Albitz

Glück-Auf-Straße 8
06773 Gräfenhainichen
Fon: 034953 / 22521

1936–1944 besuchte der 1929 geborene Heinz Albitz die Volksschule, wurde danach als Beamtennachwuchs für den Nichttechnischen Eisenbahndienst ausgebildet – Reichsbahnjunghelfer hieß das damals und bedeutete mittlere Beamtenlaufbahn. Drei Jahre dauerte die Ausbildung, an die sich ein ¾ Jahr Aspirantenzeit als Vorbereitung auf die Reichsbahnassistentenprüfung anschloss. 1948 legte Heinz Albitz diese erfolgreich ab. Zunächst blieb er im Bahnhof Pratau. Im Bahnhof Bergwitz machte er seine Telegrafenprüfung. Im Bahnhof Burgkemnitz war er von 1953–1955 auch Bahnhofsvorsteher. 1956 wechselte er in den Bahnbetrieb der Grube, besuchte die Reichsbahnschule für Anschlussbahnleiter in Eisenach und wurde als Abteilungsleiter Werkbahn eingesetzt. Eine Zeit, in der es zu vielen Unfällen im Betrieb kam, die er selbst nicht zu verantworten hatte, aber auch nicht verantworten wollte. So wechselte er sein Aufgabengebiet, arbeitete nun als Dispatcher im Bergbau. Strukturveränderungen im Bergbau führten auch zum Neueinsatz für Heinz Albitz. Er wurde zum Betriebsingenieur bei der Hauptabteilung Werkbahn berufen, arbeitete als Transportbeauftragter, auch zwei Jahre im Tagebau Gotsche. Gesellschaftlich im Betriebsrat aktiv und damit fünf Jahre unkündbar, nutzte ihm dieser Umstand nichts, als der Bergbau gesamt abgewickelt wurde. Er war kein SED-Mitglied und meinte erst noch spaßhaft: „Wir werden zuletzt aufgelöst, wir müssen als Bahn erst deren Schrott rausfahren....“, doch schnell wurde er eines Besseren belehrt – den Schrott fuhren andere raus, die Grubenbahn wurde aufgelöst. Im Frühjahr 1991 in den Vorruhestand versetzt mit nicht einmal 61 Jahren, waren die Aussichten auf neue Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt so gut wie nicht vorhanden. Ehefrau Hildegard, mit der er seit 1953 bis zu ihrem Tod 2006 verheiratet war und die ebenfalls bei der Bahn und seit 1972 auch im Bergbau beschäftigt war, erreichte mit der Wende das 60. Lebensjahr und damit den Anspruch auf Altersrente. 1991 erkrankte sie schwer, Heinz Albitz war nun derjenige, der den Haushalt managen musste, ihr hilfreich zur Seite stand. Seit 1994 gehört Heinz Albitz dem Bergmannsverein an, trägt stolz seine Auszeichnung – die Bergbaumedaille – zu entsprechenden Anlässen. Er freut sich über die Entwicklung seiner Söhne Axel und Rainer, die 1956 und 1958 geboren, erfolgreich eine militärische und eine medizinische Laufbahn eingeschlagen haben. Sein größter Wunsch, so sagt er, hat sich schon erfüllt: Er ist über 80 geworden!
Gesamte Liste anzeigen

  • Der Verlag
  • Gesichter der Regionen
  • VWM-Info
  • Menschen und ihre Gesichter
  • Suche
  • Ihre Empfehlung
  • Unser Anliegen
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz