MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Arnold Anders

Vom Betriebselektriker zum Pädagogen

Arnold Anders

Eisenbahnstr. 5 A
06773 Gräfenhainichen

Sehr bewusst hat Arnold Anders, 1936 im damals besetzten Polen geboren, erlebt, wie die Familie im Januar 1945 mit Pferd und Wagen, Hals über Kopf nach Deutschland floh. Noch sehr jung, erfasste er nicht gleich den Ernst und die Bedeutung der Situation. Aber mit dem Tod der Mutter unterwegs, änderte sich diese Sichtweise. Der Treck mit ca. 50 Pferdewagen kam nach Bad Düben und wurde von dort aus aufgeteilt. Ihn verschlug es nach Jüdenberg, wo er nach dem Krieg die unterbrochene Schulzeit bis 1952 fortsetzte. Er absolvierte eine Lehre zum Betriebselektriker in der Lehrwerkstatt Zschornewitz, hatte das Ziel zu studieren. Sein Betriebsdirektor wies ihn darauf hin: „Du kannst studieren, aber erst musst Du einmal eine Pflicht erfüllen.“ Das tat er denn auch, leistete vier Jahre seinen militärischen Dienst bei der Kasernierten Volkspolizei und der Nationalen Volksarmee. 1959 zurück in der Zentralwerkstatt arbeitet er drei Monate im erlernten Beruf, bevor man ihn ansprach, in die Berufsausbildung zu wechseln. So wurde er Lehrausbilder in seiner ehemaligen Ausbildungsstätte. Er nahm ein Meisterstudium auf, schloss es als Meister der Volkseigenen Industrie ab und erwarb im anschließenden Fernstudium den pädagogischen Abschluss. Mit der Berufsbezeichnung Lehrmeister arbeitete er in dieser Tätigkeit bis 1968, wechselte dann in die Polytechnik des BKK. Beginnend als Lehrobermeister im Bereich Gräfenhainichen, wurde er 1972 Abteilungsleiter des Bereiches Polytechnik für das Gesamtkombinat. 1968–1972 qualifizierte er sich zudem im Abendstudium noch zum Ingenieur und wurde mit diesen fundierten theoretischen Grundlagen und praktischen Erfahrungen 1979 in der Zentralwerkstatt Direktor der Betriebsakademie. An der Humboldt-Universität zu Berlin erlangte er den Abschluss als Diplom-Pädagoge – ein weiteres Erfordernis der neuen Aufgabe. Als er jedoch 1982 aus Berlin zurückkehrte wurde diese Stelle nicht mehr besetzt, seine neue Tätigkeit nannte sich nun Inspektor Berufsausbildung und war im Kohlekombinat Regis angesiedelt. Bis 1984 blieb er in der Funktion, ging dann zurück ins Braunkohlenkombinat Bitterfeld als Inspektor Polytechnik / Berufsausbildung. Die Wende brachte für ihn persönliche Entwicklung, er wurde Ausbildungsleiter im Anhaltinischen Braunkohlenwerk, organisierte nun unter neuen Bedingungen Ausbildung und Umschulungen, befasste sich mit den neuen Gegebenheiten des Arbeitsrechtes, den notwendigen Veränderungen durch Arbeitskräfteüberfluss und fiel diesen 1991 selbst zum Opfer, weil er indessen das 55. Lebensjahr erreicht hatte. Mit Altersübergangsgeld erreichte er die Altersrente. Für seine Arbeit wurde er mehrfach als Aktivist ausgezeichnete, erhielt die Pestalozzi-Medaille in Bronze, Silber und Gold und die Medaille für Verdienste in der Kohleindustrie. Er engagierte sich im Sportverein als Übungsleiter bei den Senioren und im Kinderbereich. Das Albert-Schweitzer-Familienwerk Sachsen Anhalt e. V. wird unterstützt. Ehefrau Brigitte begleitet sein Leben seit 1959. Zur Familie gehören Tochter Andrea und Sohn Michael, drei Enkel und ein Urenkel.
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